Frage 46

Verspielen Menschen ihr Recht, sich für wirksamen Klimaschutz zu engagieren, wenn sie in ein Flugzeug steigen?

Fake – eine Lüge der Öl- und Gaslobby

Ziel derartiger Angriffe auf engagierte Menschen ist nicht, dass diese nicht mehr fliegen, sondern sie mundtot zu machen. Um das Klima der Erde wieder zu stabilisieren, müssen wir das System ändern: Kohle, Öl und Gas müssen im Boden bleiben, Wälder und Böden geschützt werden. Solange unser System nicht geändert wird, gibt es für niemanden ein klimaneutrales Leben.

Das Engagement für den Klimaschutz und die Frage, ob Flugreisen dieses Engagement untergraben, sind vielschichtige Themen, die sowohl individuelle als auch kollektive Verantwortlichkeiten berühren. Es gibt mehrere Aspekte, die bei dieser Diskussion berücksichtigt werden müssen:

  1. Individuelle vs. kollektive Verantwortung:
    Klimaschutz erfordert sowohl persönliche als auch strukturelle Veränderungen. Einzelpersonen können sich weiterhin für den Klimaschutz einsetzen, selbst wenn sie gelegentlich fliegen. Es ist wichtig, sich der Auswirkungen bewusst zu sein und möglicherweise Maßnahmen zu ergreifen, um den CO2-Fußabdruck auszugleichen. Zum Beispiel können freiwillige Kompensationszahlungen für Flugreisen geleistet werden, um Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Diese Projekte können dazu beitragen, die durch Flugreisen verursachten Emissionen auszugleichen. Weitere Informationen zu Kompensationsmöglichkeiten finden Sie auf der Website des Umweltbundesamts
  2. Bewusstsein und Kompensation:
    Viele Menschen, die fliegen, sind sich der Umweltauswirkungen bewusst und versuchen, diese durch Kompensationszahlungen oder andere Maßnahmen auszugleichen. Dies kann durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten geschehen, die darauf abzielen, die CO2-Emissionen zu neutralisieren. Es gibt verschiedene Anbieter für CO2-Kompensationsdienstleistungen, bei denen Reisende einen zusätzlichen Betrag zum Flugticket zahlen können, um Klimaschutzprojekte zu unterstützen. Wichtig ist, dass diese Projekte von hoher Qualität sind und eine realistische Klimawirkung haben. Mehr dazu erfahren Sie auf der Website von Greenpeace.
  3. Politisches Engagement:
    Klimaschutz geht über das persönliche Verhalten hinaus. Menschen können sich politisch für strukturelle Veränderungen einsetzen, die den CO2-Ausstoß reduzieren, wie z.B. die Förderung erneuerbarer Energien oder die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel. Politische Initiativen und Gesetze können einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein Beispiel hierfür ist die EU-Verordnung, die vorsieht, dass ab 2025 nachhaltige Flugkraftstoffe (SAFs) beim Betanken von Flugzeugen beigemischt werden müssen. Bis 2050 sollen 70% der auf EU-Flughäfen bereitgestellten Treibstoffe umweltfreundlicher sein. Weitere Informationen zu politischen Maßnahmen finden Sie auf der Website der Tagesschau.
  4. Recht auf Engagement:
    Das Recht, sich für Klimaschutz einzusetzen, ist ein grundlegendes demokratisches Recht und sollte nicht durch individuelles Verhalten eingeschränkt werden. Jede:r hat das Recht, sich für eine bessere Umwelt einzusetzen, unabhängig von persönlichen Entscheidungen wie gelegentlichen Flugreisen. Es ist wichtig, dass Menschen sich weiterhin für den Klimaschutz engagieren und ihre Stimme erheben, um strukturelle Veränderungen zu bewirken. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Spiegel.
  5. Green Shaming und Mundtot-Machen:
    Der Vorwurf des Green Shamings kann dazu führen, dass sich Menschen, die sich für den Klimaschutz engagieren, angegriffen fühlen und ihr Engagement reduzieren. Dies kann auch als Taktik verwendet werden, um aktivistische Stimmen zum Schweigen zu bringen und von größeren strukturellen Problemen abzulenken. Es ist wichtig, ein Bewusstsein für diese Taktiken zu entwickeln und sich dagegen zu wehren. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website von Beatrix Schwarzbach.
  6. Psychologische Auswirkungen:
    Green Shaming kann dazu führen, dass Menschen sich hilflos und demotiviert fühlen, anstatt motiviert zu sein, ihr Verhalten zu ändern. Es ist wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen und gemeinsam Lösungen zu finden, um den menschengemachten Klimawandel zu bekämpfen, ohne Einzelpersonen zu beschämen. Weitere Informationen zu den psychologischen Auswirkungen von Green Shaming finden Sie auf der Website der Deutschen Umwelthilfe.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Engagement für den Klimaschutz nicht durch gelegentliche Flugreisen untergraben wird. Vielmehr geht es darum, ein Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns zu entwickeln und sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene Lösungen zu finden, um den menschengemachten Klimawandel zu bekämpfen. Es ist wichtig, dass jede:r Einzelne ihren:seinen Beitrag leistet und dass die Gesellschaft insgesamt strukturelle Veränderungen unterstützt, die zu einem nachhaltigeren Lebensstil führen.

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Hintergrund: Warum uns die fossile Energiewirtschaft belügt

Seit über 40 Jahren manipulieren Öl-, Gas- und Kohlekonzerne uns systematisch durch Desinformationen. Um Medien, Politik und die Bevölkerung in die Irre zu führen, wenden sie enorme Geldsummen auf.

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